Freitag, 20. Mai 2016

Papa to go - ein etwas anderes Buch über Yoga

Wir gucken uns jetzt mal gemeinsam das Buch von Christian Busemann an. "Papa to go - Yoga für gestresste Väter". Busemann schreibt fürs Fernsehen und ist ein entspannter Vater. So steht es zumindest im Klappentext.
 
Was erwartet man von diesem Buch? Bestimmt ist es recht humorvoll geschrieben. Angeblich soll es auch das perfekte Geschenk für alle Väter sein. Ist es für mich als Frau dann also uninteressant?
 
Im Inhaltsverzeichnis sieht man schon, dass es sehr viele Überpunkte gibt, die sich alle um Yoga drehen. Busemann scheint hier einen Erfahrungsbericht darzustellen, der wertvolle Tipps für alle liefert, die sich mal wirklich locker machen wollen.
Denn Dank Yoga wurde ich vom ersten Tag an bildschön. Endlich sind meine Zähne weiß, und mein Körper ist gestählt wie der eines American Dreamboy, ach, wie der von Christiano Ronaldo, aber das ist ja dasselbe. Außerdem bin ich mittlerweile mehrfacher Millionär, denn das Böse habe icch einfach weggelächelt und mit klarem yogischem Geist clevere Business-Entscheidungen getroffen. Ich verabrece mich einmal die Woche mit Sting oder wahlweise Orlando (übrigens: Bloom) zum "Sonnengruß" im Park. Anschließend... NEIN! Natürlich nicht." Aber Busemanns Leben hat sich tatsächlich verändert, und ihr dürft euch sicher sein: Das blüht euch auch, vorausgesetzt, ihr habt Bock auf Yoga und gebt dem Geturne eine ernsthafte Chance.
 
mehr Infos und einen Blick ins Buch gibt es [hier]
 
 
Was hat das jetzt aber mit Kindern zu tun?
Wer Kinder hat, hat viel um die Ohren. Momente der Ruhe sollten wir uns aber gönnen um Kraft zu ernten. Das Buch hat die Mission Spaß an Yoga zu vermitteln, weil es als Erfrischung bei Busemann geklappt hat. Und deshalb will er seine Erfahrungen mit uns teilen. Man erfährt in diesem Buch etwas über die Herkunft des Yoga, was Yoga bewirkt, wie es guttut, was man dazu braucht, wie man es in den Alltag einbettet, wer alles Yoga macht und was überhaupt Meditation ist.
Wenn euch das Buch wirklich überzeugen kann, gibt es auf den letzten Seiten Praxistipps für Einsteiger.
Das Schöne ist, dass das Buch aus der Sicht eines Yogaschülers geschrieben ist, denn so versteht sich Busemann - und nicht als Lehrer. Einfach, klar und inspirierend.

Donnerstag, 12. Mai 2016

Sie fanden die Liebe und redeten nie wieder ein Wort miteinander: Anna und Armand

Ein Buch, was geschrieben werden will - oder auch nicht?
Ich glaube es weiß es selbst nicht so genau.
 
Es erzählt eine wahre Geschichte. Ein Thema, über das keiner sprechen will. Eine Geschichte über eine Großmutter und einen Großvater, die sich letztendlich die Enkelin entschlossen hat niederzuschreiben. Eine Erinnerung, kein historisches Werk.
 
So richtig weiß man am Beginn nicht, was einen erwartet. Die Anmerkung der Autorin sowohl als auch das Vorwort sprechen nichts direkt aus und lassen einen im Dunkeln. Wir wissen nur, dass es Überwindung gekostet hat, eine "Geschichte über ein Schweigen" zu schreiben, doch "wie bricht man ein fremdes Schweigen"?
 
Anna und Armand überlebten gemeinsam den zweiten Weltkrieg und kauften 1948 ein altes Steinhaus in Südfrankreich.

"Sie fanden die Liebe. Sie überlebten. Und sprachen 50 Jahre kein Wort mehr miteinander."

Wenige Jahre später verlässt Anna ihren Mann samt Schreibmaschine und Kinder, danach sehen oder sprechen sie sich nie wieder, abgesehen von einer kurzen Begegnung.
 
Was sie damals auseinandergebracht hat, weiß keiner. Nie haben die beiden mit irgendwem darüber geredet. Doch auch nie haben sie wieder eine neue Liebe gefunden.
 
 
In dem Buch folgen wir Miranda Richmond Mouillot, der Enkelin von Anna und Armand, auf dem Weg zu den Wurzeln dieses geheimnisvollen Schweigens. Als Anna die erste Fassung des Textes zu lesen bekam, sagte sie: "Mirandali,  das ist jetzt so lange her, wer kann sich noch erinnern?"
Doch Miranda hat es probiert und wir folgen ihr gemeinsam beim Erkunden dieser berührenden Geschichte.
 
 
Was direkt auffällt ist die liebevolle Gestaltung des Buches – es gibt immer wieder eingestreute Bilder der Großeltern, deren Geschichte die Autorin nach und nach zusammenträgt, Zeichnungen von den Orten, wo sie sich befunden haben und auch ein Zeitstrahl, der die verschiedenen Stationen der gemeinsamen Liebe aufzeigt. Das Buch selber hat 21 Kapitel mit einer angenehmen Kapitellänge, mal erzählt die Autorin von eigenen Erlebnissen – sowohl aus ihrer Kindheit mit Erinnerungen an ihre Großeltern, aber auch, was sie in der Gegenwart bei ihren Recherchen erlebt -, dann wieder stehen eher die Erlebnisse der Großeltern im Vordergrund. Gerade in der zweiten Hälfte des Buches gibt es auch immer wieder Zitate der Großeltern von dem, was sie ihrer Enkelin erzählt haben. Und so setzt sich nach und nach das Puzzle um die Ereignisse zur Zeit des zweiten Weltkrieges und danach zusammen.
weitere Infos und einen Blick ins Buch gibt es [hier]



Es soll an dieser Stelle nicht gespoilert werden, denn es macht das Buch aus, dass man sich mit auf dem Rechercheweg befindet. Daher ist die Geschichte auch nicht wirklich einem Genre zuzuordnen. Es ist kein reiner Roman, immer wieder fließen Recherchevorgänge mit ein und werden Zitate eingeflochten, die Großeltern zu sagen pflegten. Damit springt man immer zwischen verschiedenen Zeiten, was einem zuerst bewusst sein sollte. Die Authentizität kommt dadurch aber auf jeden Fall sehr gut zum Vorschein. Allerdings spricht hier ja die Enkelin zu uns und somit bleiben uns die Gefühle ihrer Großeltern überwiegend verborgen. Die Geschichte packt einen, die Personen eher weniger. Dafür stellt man sich aber umso mehr auf die Autorin ein und kann genau nachvollziehen, wie verzweifelt sie manchmal ist, wenn die Nachforschungen stocken.
In den gemeinsamen Jahren, die Anna und Armand in Südfrankreich zusammen wohnten, ist etwas vorgefallen, was mit dem zweiten Weltkrieg zu tun hat. Durch dieses Ereignis erwachte Bitterkeit zwischen beiden Liebenden und brachte Schweigen über die Betroffenen.
 
Es ist ein lesenswertes Buch, was ich denjenigen empfehle, die generell an der damaligen Zeit interessiert sind. Es kommen Aspekte zum tragen, die man sich so noch nicht vor Augen geführt hat.

Montag, 9. Mai 2016

Eine Rolle Klopapier hat 200 Blatt. Warum ist keins mehr da, wenn man es am dringendsten braucht?

Man braucht doch immer ein Buch oder irgendwas zum Lesen, wenn man zum Beispiel mit dem Zug unterwegs ist. Ein Roman ist da nicht immer geeignet. Erstens kann der sich als langweilig entpuppen, wenn man ihn erst neu beginnt oder aber man kann sich nicht wirklich konzentrieren, weil das Kind im Nebenabteil immer auf und ab springt.
Ein bisschen was kurzweiliges aber unterhaltsames braucht es dann also.
Das folgende Buch erinnert mich ein bisschen an das "Unnütze Wissen" der NEON-Redaktion. Es ist ziemlich ähnlich. Auch witzig, aber in einer anderen Aufmachung. Alltägliche Geschichten und Infos sind hier in Textaufgaben gekleidet und haben mit dem Schulaufgabencharakter eine besondere Art uns zu unterhalten. Stelle die Frage doch einfach den Mitreisenden und schaue, ob ihr die Antworten kennt oder zumindest richtig raten könnt. Die Bereiche umfassen alles Mögliche (Freizeit, Arbeit, Sport,...). Ich gebe euch mal ein Beispiel.
 
Herr N. kauft im Baumarkt ein 500-teiliges Schraubenset für zwölf Euro. Darin enthalten sind 50 Schrauben in den gängigsten Maßen und 450 Schrauben in Größen, die kein normaler Mensch braucht.
a) Warum hat Herr N. dennoch das Gefühl, ein wahres Schnäppchen gemacht zu haben?
b) Wie viele Jahre gammelt das Schraubenset größtenteils ungenutzt im Keller herum?
c) Ermitteln Sie die Wahrscheinlichkeit, dass Herr N. trotzdem wieder zu einem "sensationell günstigen" Set greift, sobald die Schrauben in den gängigsten Größen aufgebraucht sind.
 
Na, wollt ihr die Antworten wissen? Die findet ihr im Buch "Eine Rolle Klopapier hat 200 Blatt. Warum ist keins mehr da, wenn man es am dringendsten braucht?"
 
 

Sonntag, 8. Mai 2016

Ina Rudolph: Ich will ja loslassen, doch woran halte ich mich dann fest?

Nachdem ich neulich ein Buch in der Hand hielt, habe ich danach auch gleich nochmal ein Exemplar verschenkt. Manchmal sind die Bücher nicht für die breite Masse ansprechend, dafür aber umso mehr für einzelne Personen, für die sie wie zugeschnitten erscheinen.
 
In dem Buch "Ich will ja loslassen" geht es eben um das Loslassen. Ina Rudolph beschreibt, wie sich die Welt für einen verändern kann. Die Realität bleibt zwar die gleiche, doch sobald sich unser Blick darauf verändert, nehmen wir sie anders wahr und werden selber anders wahrgenommen.
Kehrst du dein Denken um, so verändert sich die Welt für dich.
 
Klappentext: „The Work“ von Byron Katie, diese berühmte und radikale Methode zur Selbsterkenntnis, ist für viele der direkteste Weg, um das Loslassen zu lernen. Auch für die bekannte Schauspielerin Ina Rudolph begann, als sie auf „The Work“ stieß, ein tiefer innerer Veränderungsprozess. In lebendigen und berührenden Geschichten erzählt sie von ihren Erfahrungen mit „The Work“: wie sich ihre Freundschaften, die Beziehung zu ihrem Lebenspartner und zu ihrer Tochter, ihre berufliche Situation nach und nach veränderten. Wie sie lernte, durchs Leben zu gehen ohne zu wissen, was als nächstes geschieht. Die Realität bleibt die gleiche, doch sie fühlt sich ganz anders an. Ein berührendes Buch, das Mut macht, einen neuen Blick aufs Leben zu werfen: Es zeigt, wie sich innere Freiheit anfühlen kann.
 
Jetzt darf man dieses Buch aber nicht als solchen Ratgeber verstehen, wie es schon viele auf dem Markt gibt. Es ist vielleicht eher ein Tagebuch, indem Ina ihre eigenen Geschichten und Erfahrungen festhält und mit uns teilt. Das macht das Buch auch für einige Leser langweilig. Man muss sich schon darauf einstellen und sich etwas mit der Erzählerin identifizieren können.
Ina stellt sich selbst einige Fragen, die sich vielleicht einige unter euch auch stellen. Wenn das aber nicht so sein sollte, kann das Buch sich ganz schön in die Länge ziehen.
 
Viele Fragen drehen sich um Beziehungsprobleme: offene Beziehung oder feste? Das alles wirkt ziemlich oberflächlich und wirft einen Blick auf die Autorin, der sich so darstellt, als würde sie sich nur selbst darstellen wollen.
Mein Interesse hat das Buch nicht gewonnen, aber ich wusste, wen es interessieren würde und habe damit auch tatsächlich richtig gelegen. Deshalb lege ich euch den Tipp ans Herz, erst einmal quer zu lesen, bevor ihr entscheidet das Buch zu kaufen. Möglicherweise werdet ihr sonst enttäuscht.

Fazit: Irgendwie ein Ratgeber, denn man kann aus den Erzählungen etwas mitnehmen, lernen und sich ändern.


Samstag, 7. Mai 2016

Abwechslung auf der Kuchentafel Bunte Gugl-Welt Set

Wie rezensiert man ein Back-Buch?
 
Erzählperspektive? Liest es sich flüssig?
 
Ganz klar: ein Back-Buch muss nicht nur durch die Aufmachung sondern auch durch die Rezepte bestehen. Selbst wenn aber beides noch so gut ist, verkauft es sich erst, wenn eine originelle Idee dahinter steckt.
Bei diesem Buch ist die Idee angelegt an die kleinen Gugls. Chalwa Heigl hat sich mit ihnen auseinandergesetzt und lässt uns nun gemeinsam kleine Kunstwerke entstehen, indem wir die gebackenen Küchlein aufpeppen. Ich glaub das müsste schon das fünfte Buch der Autorin sein- ihre Kreativität scheint kein Ende zu haben! Aber gut so, denn somit entstehen Froschkönig-Gugl, Erdbeermonster und viel mehr.
Ein bisschen muss man schon ein gutes Händchen haben, um die kleinen Kunstwerke herzustellen, aber die Blister Schablonen helfen einem da ungemein. Die Rezepte sind wirklich gelingsicher, vielseitig und mit jeder Menge Anregungen, damit die Küchlein auch optisch richtig was her machen.
 
Ganz toll ist es, wenn man mit den Kleinen versucht zusammen zu backen. Aber selbst wenn die Küchlein wie aus dem Nichts die Geburtstags-Kuchentafel zieren, wird die Freude ungemein groß sein.



Die Fotos im Buch inspirieren und zeigen die Möglichkeiten, wie alles aussehen kann.
Abwechslung auf der Kuchentafel - das ist hier das Motto.
Es geht vielmehr um das Konzept der Dekoration als um die Rezepte an sich. Im Prinzip kannst du auch Omas altbewährtes Gugelhupf-Rezept verwenden, verringerst nur die Backzeit und machst kleine Gugl, die du dann mit den praktischen Formen nach der Anleitung hier im Buch stylest.

Mehr Infos zum Buch und einen Blick hinein gibt es [hier]
 
Damit alles auch wirklich klappt, liest du dir die Tipps und Tricks durch, die vorneweg im Buch stehen, damit die sogenannten "Tattoos" aus den Förmchen geholt werden können ohne kaputt zu gehen.

Aufmachung: optisch top, viele Fotos, kinderfreundlich bunt, macht Appetit und Lust zum losarbeiten

Rezepte: übersichtlich, gelingsicher, einfach nachzuvollziehen, für Anfänger geeignet

Idee: so noch nicht dagewesen, kinderfreundlich, kreativ und bunt