Montag, 11. Januar 2016

Hätte ich aufgeblickt, hätten sie mein Gesicht gesehen und gewusst, dass das, was man ihnen gleich sagen würde, eine Lüge war

Momentan bin ich in Jodi Picoult`s Buch "Bis ans Ende der Geschichte" vertieft. Ich habe schon einige Bücher von ihr gelesen, die mir immer gut gefallen haben. Es waren aber eher "Teenie-Stories". Passend dazu, dass ich älter geworden bin, basiert diese Geschichte auch auf einem Thema, was sich von den anderen unterscheidet. Die Kapitel (zwischen denen man kurze Prologe findet, die zunächst zusammenhangslos erscheinen) werden uns aus der Sicht von Leo, Sage oder Josef dargestellt. Diese drei Personen sind es, die Hauptträger der Geschichte sind.
Josef -in den neunzigern- und Sage -um die zwanzig und Bäckerin- lernen sich in einer Trauergruppe kennen. Leo
Ich denke ich spoiler nicht (bin ja selber noch nichtmal bei der Hälfte der Geschichte), wenn ich sage, dass Josef in jungen Jahren bei der Waffen-SS war. Wahrscheinlich hat er sich Sage deshalb als Freundin "ausgesucht", weil er in ihr die Jüdin sieht, die ihm für all seine Verbrechen freisprechen kann. Er bittet sie, ihn zu töten.
Sage möchte sicher sein können, sie möchte Josef verraten und wendet sich an Leo, der von Arbeit wegen überlebende Nazis ausfindig macht.
 
Hätte ich zuvor gewusst, dass das Buch den Nationalsozialismus behandelt, hätte ich es wahrscheinlich gar nicht erst zu lesen begonnen. Doch der Klappentext verrät davon nichts:
 
Sage Singer ist eine junge Bäckerin. Sie hat ihre Mutter bei einem Autounfall verloren und fühlt sich schuldig, weil sie den Wagen gelenkt hat. Um den Verlust zu verarbeiten, nimmt sie an einer Trauergruppe teil. Dort lernt sie den 90jährigen Josef Weber kennen. Trotz des großen Altersunterschieds haben Sage und Josef ein Gespür für die verdeckten Wunden des anderen, und es entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft. Als Josef ihr eines Tages ein lang verschwiegenes, entsetzliches Geheimnis verrät, bittet er Sage um einen schwerwiegenden Gefallen. Wenn sie einwilligt, hat das allerdings nicht nur moralische, sondern auch gesetzliche Konsequenzen. Sage steht vor einem moralischen Dilemma: Denn wo befindet sich die Grenze zwischen Hilfe und einem Vergehen, Strafe und Gerechtigkeit, Vergebung und Gnade?
 
Bisher ist das Buch interessant. Ich weiß noch nicht wie tief und genau es auf den Nationalsozialismus weiter eingeht. Allerdings ist eine Geschichte mal eine spannende Idee, wenn es um die heutige Zeit geht, die Fragen von früher aufwirft. Was ist gerecht? Was war gerecht? Kann man das Denken Verurteilter nachvollziehen?
 
 Bis ans Ende der Geschichte
Roman
erschienen am 31.August 2015
€ 19,99 [D]
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
  ISBN: 978-3-570-10217-6
erhältlich und Leseprobe [hier]

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