Freitag, 4. Dezember 2015

Nach der Enttäuschung der Neuanfang, dann das Winterglück

Passend zur Jahreszeit der Titel "Winterglück". Für mich eher ein nichtssagender Titel, bei dem ich ein kitschiges Frauenbuch erwarte. Noch dazu das Cover, was sicherlich das Fenster des Bed&Breakfast zeigen soll, um das es in der Handlung geht. Ein englisches Küstenörtchen und schon befinden wir uns in einer Rosamunde Pilcher- Kitschidylle und sind eingestimmt auf die romantische Handlung.
 
Nagut, ein bisschen anders kommt die Handlung dann schon daher. Außerdem schreibt die Autorin auf ihre eigene Weise, sodass man flüssig lesen kann aber auch verschiedene Perspektiven einnimmt. Dazu ist eine in der Ich-Perspektive und die anderen in der Erzählerperspektive geschrieben. Störend ist das aber ganz und gar nicht und außerdem hilft es, die Charaktere zu unterscheiden.
 
Winterglück

Debbie Macomber

Winterglück

Roman
Erscheinungstermin: 19. Oktober 2015
        
Klappentext: Nach einem schweren Schicksalsschlag beschließt Jo Marie Rose, noch einmal neu zu beginnen um endlich ihren Frieden zu finden. Sie zieht in das beschauliche Küstenörtchen Cedar Cove und eröffnet ein gemütliches kleines Bed&Breakfast – das Rose Harbor Inn. Bald schon kann sie ihre ersten Gäste begrüßen, die beide aus Cedar Cove stammen – Abby Kincaid und Joshua Weaver. Dass beide nicht ganz freiwillig in ihre Heimatstadt zurückkehrten, merkt Jo Marie sehr schnell. Ein turbulentes Wochenende steht ihnen bevor, doch am Ende schöpfen alle drei neue Hoffnung für die Zukunft …
 
Inhalt:  Es geht um Jo Marie, die als trauernde Witwe bald ihre Heimat hinter sich lässt, um ein Bed&Breakfast zu kaufen. Der Name "Rose Habor Inn" ehrt ihren verstorbenen Mann, Paul Rose. Das Haus scheint voller Wärme und Harmonie. Jo Marie trifft auf liebe Menschen, die ein und aus gehen. Das gibt ihr Kraft - und das gibt auch dem Leser Kraft, weil er sich sehr mit ihr identifizieren kann.
Eine weitere Person, in die wir uns hineinversetzen, ist Abby. Auch sie hatte einen Schicksalsschlag zu verkraften, denn ihre beste Freundin kam bei einem gemeinsamen Autounfall ums Leben. Ihr wird die Schuld am Unfall gegeben und somit flieht sie aus ihrer gewohnten Umgebung, in die sie nun aber, nachdem einige Jahre vergangen sind, zurückkehrt.
Auch seine Heimat verlassen hat Joshua. Bei ihm war es sein Stiefvater, der ihn nicht mehr bei sich in der Nähe haben wollte, nun jedoch krank ist und demzufolge von Joshuas gutmütiger Hilfe profitiert.
 
Es spielen insgesamt viele tiefe und aufwirbelnde Gefühle eine Rolle. Trauer und Freundschaft, aber auch Liebe und Enttäuschungen sind die Wörter, die es am besten beschreiben können. Wer mit viel Emotionalität gut umgehen kann, wird dieses Buch gerne lesen und teilweise sogar zu Tränen gerührt sein. Allerdings haben die ernsten Themen auch etwas erdrückendes, so dass man nach einem gelesenen Kapitel das Buch zur Seite legt und sich Gedanken darüber macht, weil man so sehr mitfühlt und teilweise gar nicht fassen kann, was geschehen ist.

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