Freitag, 18. Dezember 2015

Emotional und gefühlvoll: Jennifer Niven: All die verdammt perfekten Tage

Ein Glockenturm und eine Frage: "Ist heute ein guter Tag zum Sterben?"
Eine solche Frage kann sich schon im nächsten Augenblick selbst beantworten. Auf dem Turm steht nämlich noch jemand. Nicht nur Finch sondern auch Violet, die wahrscheinlich genau die gleiche Frage in sich trägt.
Somit beginnt das Buch. Und ich spoiler nicht, wenn ich sage, dass keiner der beiden springt. Vielmehr retten sie sich und das nicht nur in der Situation dort oben. Sie retten sich gegenseitig ihr Leben und werden wahre Freunde.
 
 
 
 
Ein sehr emotionales Buch, das Glück versprüht, wenn man es gar nicht mehr erwartet. Doch ist das Buch nicht so geschrieben, dass man dieses Glück überall merkt. Vielmehr herrscht eine drückende Stimmung vor. Die beiden Protagonisten, Finch und Violet sind scheinbar so unterschiedlich, wie sie nur sein könnten. Schulprinzesschen und Freak könnte man sagen. Beide verbindet seit dem Turmerlebnis so einiges - unausgesprochen. Zusammen bearbeiten sie dann ein Schulprojekt und entwickeln sich immer weiter zu Freunden, die für den anderen bald noch mehr geben, als für sich selbst. So sein können, wie man ist - ohne Abstriche. Das ist wohl das Größte, was man jemandem geben kann. Obwohl die zwei "noch" in der Schule sind, erleben sie schon solche Wellen von Gefühlen, die manch Erwachsener wohl nie spüren wird.
 
Zu dem Buch habe ich Empfehlungen bekommen, es unbedingt lesen zu müssen. Das habe ich getan und kann es euch nun auch ans Herz legen. Es ist Lesestoff, in den man tief eintauchen und versinken kann. Nichts wird beschönigt, vielmehr wird man wachgerüttelt und zum Nachdenken angeregt.
 
Es gibt zu diesem Buch auch ein Hörspiel und daraus eine Hörprobe im Netz. Ich lege euch ans Herz, das Buch lieber zu lesen. Nach der Hörprobe (entweder werden Teile im Hörbuch ausgelassen oder sie war zusammengestückelt), mit der ich die ersten zwei, drei Seiten verfolgt habe, wollte ich das Buch erst ganz zur Seite legen. Irgendwas hat mir daran nicht gefallen. Die Stimme des Erzählers war angenehm, doch konnte ich mich in die Sprechweise irgendwie nicht einfühlen. Zumal man ja selbst in einem eigenen Tempo liest.
 
Noch habe ich das Buch nicht durchgelesen, habe aber schon gehört, dass es auch nach hinten raus nichts an Gefühl verliert sondern vielleicht eher noch gewinnt.

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